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Durchstich an der Selke in Sachsen-Anhalt
Im Jahr 1994 kam es im Selketal in Sachsen-Anhalt zu einem großen Hochwasserereignis, an das sich viele Einwohner noch mit Schrecken erinnern. Die im Anschluss eingeleiteten Planungen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Region haben sich als sehr komplex erwiesen, konnten in den letzten Jahren jedoch schlussendlich in die praktische Umsetzung gehen.
Die Renaturierung der Selke ist ein ökologischer Ausgleich für die Eingriffe, die durch den Bau und Betrieb des Hochwasser-Rückhaltebeckens Straßberg erforderlich werden. Ende 2025 konnte der Durchstich an der Selke nach acht Monaten Bauzeit erfolgen. Dem Fluss wird damit wieder erlaubt, sich freier auszubreiten und einen neuen, natürlichen Verlauf zu finden.
Dem gingen umfangreiche Planungen und Vorbereitungen unserer Ingenieure und Umweltplaner im Auftrag desTalsperrenbetrieb Sachsen-Anhaltvoraus, um ideale Voraussetzungen für diese Zielstellung zu schaffen. Auch wenn weitere Maßnahmen noch ausstehen, ist dadurch ein wichtiger Zwischenschritt erreicht, um die Bewohner des Tals vor den Auswirkungen des Klimawandels und zukünftigen Hochwassern zu schützen.
Die Renaturierung der Selke auf über 1,5 km zwischen Hoym undGaterslebenist die größte und vielfältigste der zahleichen Ausgleichsmaßnahmen. Mit seinen Flussschlingen und Sandbänken setzt es ökologische Maßstäbe und bietet gefährdeten Wasser- und Landtieren einen idealen neuen Lebensraum. Ein begleitender Radweg trägt auch zum Freizeitwert und dem nachhaltigen Verkehrswegenetz in der Region bei.
Im kommenden Frühjahr soll der neue Flusslauf durch die Pflanzung ergänzender Gehölze und eines Auenwaldes, wie er auch vor Begradigung derHashtagSelkean dieser Stelle bereits bestand, vollendet werden. Für weitere 5 Jahre ist eine begleitete Entwicklung des neuen Flussabschnittes geplant, dann soll er sich komplett frei und natürlich entwickeln können. Der alte Flusslauf bleibt weiterhin erhalten, um bei Starkregenereignissen als zusätzlicher Überlauf zu dienen und damit ebenfalls zum Hochwasserschutz beizutragen.